Pferdekarusell

 

 



Mit Schrecken habe ich vor einigen Jahren ein Pony-Reiten auf dem Gaildorfer Pferdemarkt wahrgenommen. Die Ponys mussten auf einem engen Kreis mit max. 5m Durchmesser ihre Runden drehen. Ca. fünf Ponys Kopf an Schweif liefen stundenlang immer in der gleichen Richtung. Die Kinder wurden zum Teil auf die Ponys gebunden, damit sie nicht herunterrutschen könnten.
Nun ist es nicht so, dass dies eine einmalige Vorstellung gewesen wäre, sondern dass der Unternehmer mit den Ponys von Pferdeveranstaltung zu Pferdeveranstaltung geht. Warum laden Reitvereine Pony-Karussell-Unternehmer zu ihren Veranstaltungen ein? Weil es nur Ponys sind oder weil man den Besuchern etwas bieten muss?
Ich brachte mein Entsetzen gegenüber meinen Begleitern zum Ausdruck. Sie meinten, diese Art von Ponyreiten gäbe es auf jedem Rummelplatz. Unglaublich: Ponys werden als lebendes Karussell missbraucht. Nicht nur, dass sie extrem ausgebunden, auf einem viel zu kleinen Kreis, immer in der gleichen Richtung laufen müssen. Nein, sie werden den ganzen Tag von jedem angefasst, getätschelt und müssen den unerträglichen Lärm ertragen den ein Rummelplatz mit sich bringt, um danach im Pferdetrransporter eingepfercht und angebunden die Nacht zu verbringen. Schliesslich geht eine Kirmes mehrere Tage.

Eigentlich eine unhaltbare Situation: Der Gedanke, dass Ponys auf lauten Rummelplätzen tatsächlich noch stundenlang im Kreis laufen müssen, läßt mich schaudern. Auch hier gibt es wieder kein eindeutiges Tierschutzgesetz, das diesen Wahnsinn untersagen würde. Richtlinien gibt es. Doch wem nützen Richtlinien, wenn der Amtstierarzt beide Augen zudrückt, um sich den Streß mit dem Papierkram zu ersparen. Der Ponykarussel betreiber ist in drei Tagen sowieso wieder in einem anderen Landkreis. Warum sich also die Mühe machen. Die Mühlen der Justizia mahlen langsam - zu langsam für Zikustiere und Ponys, die als lebendes Karussell missbraucht werden. Diese Tiere haben wirklich jegliche Möglichkeit als Individium zu leben verloren.

Lassen sie aber dennoch nichts unversucht und rufen sie, wenn sie Missstände entdecken, wie z.B. zu kurz ausgebundene, über eine halbe Stunde in die gleiche Richtung laufende Ponys, die keine Pause erhalten oder wirklich in einem Transporter übernachten müssen, den zuständigen Amtstierarzt an und melden sie ihm den Sachverhalt. Falls sie die Tel.-Nr. vom Amtstierarzt nicht zur Hand haben, können sie es auch der Polizei melden, welche den Amtstierarzt gegebenenfalls mit einbinden muss. Das Einzige, was wirklich helfen kann, ist Aufklärung und Boykott! Wenn keine Nachfrage mehr vorhanden ist, wird der Betreiber sein Lebend-Karussel durch ein anderes Fahrgeschäft eintauschen müssen. Vorhanden ist, wird der Betreiber dementsprechend sein Lebend-Karussel durch ein anderes Fahrgeschäft eintauschen müssen.

 

 

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