„Knüppel“Pferde

 

 

Auch wenn man glaubt, dass man alles, was Spanien an Tierquälerei zu bieten hat, schon gesehen hat, wird man doch immer wieder von einer neuen Variante überrascht.
Der Phantasie der Tierquäler sind offensichtlich keine Grenzen gesetzt.
Es handelt sich um die halbwilden Pferde in den Wäldern Galiziens.

 

Zwar wird die an ihnen durchgeführte Tierquälerei schon seit Jahren von verschiedenen Tier- und Naturschutzorganisationen Galiziens an entsprechender Stelle angezeigt, sogar auch schon im Europaparlament, doch Tierschutz, Behörden und Gesetze sind hier in Spanien wie immer nicht auf einen Nenner zu bringen.

Damit sich die besagten Pferde nicht vom Gelände ihres Besitzers entfernen können, werden ihnen an einer oder sogar auch an beiden Fesseln, Äste oder Knüppel bis zu der Länge von einem Meter, festgeschraubt.

Die Tiere haben enorme Schwierigkeiten beim Laufen, können weder traben noch galoppieren. Beim gehen schlagen sie sich die Knüppel gegen die Beine, was schwere Verletzungen verursacht. Oft lassen sich die verletzten Pferde, halb wahnsinnig vor Schmerzen, irgendwo erschöpft nieder, auch inmitten einer stark befahrenen Landstraße


Dadurch ist dann nicht nur ihr Leben in Gefahr, auch das der Autofahrer. Die Pferde leiden nicht nur körperlich, auch psychisch. Pferde sind „Fluchttiere“, die ihrer größten Stärke beraubt, ihrer Schnelligkeit um bei Gefahr die Flucht zu ergreifen, in ständiger Angst leben und somit einem enormen Stress ausgesetzt sind.

Davon abgesehen,  sind sie oft die Opfer verschiedener Raubtiere wie Wolf und Luchs, da sie durch diese Holzknüppel an ihren Beinen unmöglich fliehen können.

Aufgrund der vielen Waldbrände im Jahre 2006, gelangen diese grausamen Praktiken an die Öffentlichkeit: Viele der stark in ihrer Bewegung eingeschränkten Pferde konnten den Flammen nicht entfliehen und kamen qualvoll im Feuer um. Doch bis heute hat niemand, trotz wiederholter Anzeigen, etwas dagegen getan. Auch 2006 brannten die Wälder Galiziens und viele Pferde kamen grausam ums Leben.

Die Pferde mittels Stricken in ihrer Bewegungs freiheit einzuschränken, wie es auch in vielen anderen Teilen Spaniens bei Pferden, Eseln, Schafen und Ziegen praktiziert wird, ist keine Alternative. Die Verletzungsgefahr ist vielleicht etwas geringer, aber mehr auch nicht. Es gibt schon vereinzelt Bezirke in denen die Pferde in großen eingezäunten Länderreien leben, aber dies ist den meisten Besitzern zu kostspielig, die Tiere sind für die Fleischgewinnung bestimmt.

Ein großes Problem ist die fehlende Kennzeichnungspflicht, die Halter können nicht ermittelt werden und so kann auch nicht gezielt gegen sie vorgegangen werden.
Hier ist ein Gesetzt erforderlich, welches die Kennzeichnung per Microchip vorschreibt.Die Stimmen der Tierschützer werden immer zahlreicher und lauter, doch noch stoßen sie auf taube Ohren. Wie lange noch sollen die Pferde in Galiziens Wäldern leiden?

 

Protestbrief:

In den Wäldern Galiziens (Nordspanien) wird seit Jahren an den halbwilden Pferden eine grausame Haltungsform durchgeführt: sie werden durch an den Fesseln festgeschraubten und bis zu einem Meter langen Knüppel am Fortbewegen behindert. Diese Art und Weise die die Pferde in ihrer Freiheit hindert sind laut
Tierschutzgesetz 1/1993, vom 13.o4. für Haustiere und für in Gefangenschaft gehaltene Wildtiere als schwere strafbare Handlung, lt. Artikel 21 und 22 zu ahnden.

Wir bitten die zuständigen Behörden sich unverzüglich für die Abschaffung besagter mittelalterlicher “Knüppel” und für eine artgerechte Kennzeichnung (z.B. Microchips) der Tiere einzusetzen oder sie durch entsprechende Einzäunung des Geländes am Herumirren zu hindern. Durch diese schrecklichen “Knüppel” an den Beinen fügen sich die Pferde beim Gehen selbst schreckliche Wunden zu, die sich dann entzünden. Ebenso sind sie an einer notwendigen Flucht vor Waldbränden und Raubtieren gehindert und so diesen Gefahren hilflos ausgeliefert.

Vielen Dank für Ihre Bemühungen.

Spanischer Brief mit Adressaten: knuppelpferde-protestbrief.doc
siehe auch sos-galgos.net

 Bei sos-galgos, möchte ich mich herzlich bedanken, dass ich diesen Bericht verwenden durfte.